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Welcher Bohrer für welches Material?

Ein Bohrer wird schnell stumpf, verläuft beim Ansetzen oder hinterlässt ausgefranste Bohrlöcher. Häufig liegt das nicht an der Maschine, sondern an einer ungeeigneten Bohrerart. Der gewünschte Lochdurchmesser ist daher nur eines von mehreren Auswahlkriterien. Entscheidend ist, ob Sie Massivholz, Stahl, Edelstahl, Beton, Ziegel oder Kunststoff bearbeiten, wie tief das Loch werden soll und welche Maschine samt Werkzeugaufnahme zur Verfügung steht. Die folgende Schnellübersicht hilft Ihnen bei der ersten Einordnung.

Kurz erklärt:

Der passende Bohrer richtet sich nicht nur nach dem gewünschten Durchmesser, sondern auch nach Material, Bohrtiefe, Maschine und Werkzeugaufnahme. Für Holz, Metall, Beton, große Ausschnitte oder Gewinde kommen jeweils unterschiedliche Bohrerarten wie Spiralbohrer, Forstnerbohrer, Stufenbohrer, Kernbohrer, Lochsägen oder SDS-Bohrer zum Einsatz. Wer Werkstoff und Anwendung richtig einordnet, arbeitet sauberer, sicherer und schont Werkzeug sowie Maschine



Entscheidungsgrafik: der Weg zum richtigen Bohrer

Bohrer-Ratgeber
Welcher Bohrer ist der richtige?
Wählen Sie den Werkstoff oder die gewünschte Anwendung.

Was möchten Sie bearbeiten?

Holz
Massivholz und Holzwerkstoffe
Holzspiralbohrer
Saubere Sacklöcher in Holz
Forstnerbohrer
Tiefe Bohrungen in Balken
Schlangen- oder Lewisbohrer
Metall
Stahl und Eisen
HSS-Spiralbohrer
Edelstahl und zähe Metalle
HSSE- oder HSSE-Co-Spiralbohrer
Dünnes Blech
Stufenbohrer
Vorhandene Bohrung vergrößern
Aufbohrer, Schälbohrer oder Stufenbohrer
Große präzise Löcher in Metall
Kernbohrer für Metall
Beton und Mauerwerk
Beton und hartes Mauerwerk
Hammerbohrer oder SDS-Bohrer

 

Große Ausschnitte
Holz, Metall oder Kunststoff
Lochsäge

 

Gewinde
Innengewinde
Gewindebohrer
Außengewinde
Schneideisen

Hinweis:
Diese Zuordnung dient als erste Orientierung. Berücksichtigen Sie zusätzlich
den genauen Werkstoff, die Materialstärke, die Bohrtiefe, den gewünschten
Durchmesser und die vorhandene Maschine.

Die wichtigsten Fragen vor der Bohrerauswahl

Welches Material wird gebohrt?

Massivholz verhält sich anders als beschichtete Spanplatte, Stahl anders als Edelstahl oder Aluminium. Auch bei mineralischen Baustoffen gibt es deutliche Unterschiede: Beton benötigt meist einen Hammerbohrer, während bei Lochziegeln in der Regel ohne Schlag gearbeitet werden sollte. Je genauer der Werkstoff bekannt ist, desto sicherer lässt sich die geeignete Schneidengeometrie und Bohrerart auswählen.

Welcher Durchmesser wird benötigt?

Kleine Standardbohrungen lassen sich häufig mit Spiralbohrern herstellen. Bei größeren Durchmessern kommen je nach Material Stufenbohrer, Kernbohrer, Forstnerbohrer oder Lochsägen infrage. Entscheidend ist nicht nur die Lochgröße, sondern auch, ob das gesamte Material zerspant oder lediglich ein ringförmiger Schnitt hergestellt werden soll.

Wie tief muss gebohrt werden?

Ein Sackloch endet im Werkstück, ein Durchgangsloch führt vollständig hindurch. Für tiefe Bohrungen muss der Bohrer ausreichend lang sein und die Späne zuverlässig aus dem Bohrkanal transportieren. Ein Forstnerbohrer ist beispielsweise für saubere Sacklöcher geeignet, aber nicht die erste Wahl für tiefe Bohrungen durch Balken.

Welche Maschine und welche Werkzeugaufnahme stehen zur Verfügung?

Ein Bohrer muss mechanisch zur Maschine passen. Zylindrische Schäfte werden meist im klassischen Bohrfutter gespannt, SDS-plus- und SDS-max-Bohrer benötigen die jeweils passende Aufnahme. Kernbohrer für Metall werden häufig mit Kern- oder Magnetbohrmaschinen eingesetzt. Eine erste Orientierung bietet der Ratgeber Welche Bohrmaschine eignet sich für welchen Einsatz?

Wie häufig und intensiv wird der Bohrer verwendet?

Für eine gelegentliche Einzelbohrung gelten andere Anforderungen als für den täglichen Einsatz in Werkstatt, Montage oder Instandhaltung. Bei regelmäßiger Nutzung spielen Standzeit, Wärmebeständigkeit, Nachschärfbarkeit und ein zuverlässiger Spanabtransport eine größere Rolle.


Welcher Bohrer eignet sich für Holz?

Holzbohrer besitzen meist eine ausgeprägte Zentrierspitze, damit sie beim Ansetzen nicht verlaufen. Je nach Bohrtiefe, Lochform und Durchmesser kommen unterschiedliche Bauformen zum Einsatz.

Holzspiralbohrer

Holzspiralbohrer eignen sich für Massivholz und viele Holzwerkstoffe. Die Zentrierspitze führt den Bohrer, während Vorschneider die Holzfasern am Rand des Bohrlochs durchtrennen. Spiralnuten transportieren die Späne nach außen. Dadurch entstehen bei passender Anwendung vergleichsweise saubere Bohrungen.

Forstnerbohrer

Forstnerbohrer werden für größere, saubere Sacklöcher verwendet. Typische Anwendungen sind Beschläge, Topfscharniere und flache Ausnehmungen. Sie können auch randnahe oder sich überschneidende Bohrungen ermöglichen, sind für tiefe Bohrkanäle jedoch nur eingeschränkt geeignet.

Praxisbeispiel:

Für ein Topfscharnier in einer Schranktür wird ein breites, sauberes Sackloch benötigt. Ein Forstnerbohrer ist dafür besser geeignet als ein gewöhnlicher Holzspiralbohrer, weil er einen ebenen Lochgrund und einen klaren Rand erzeugt. Die Bohrtiefe muss kontrolliert werden, damit die Türfront nicht durchbohrt wird. Ein typischer Fehler ist das freihändige Bohren ohne sicheren Anschlag, wodurch das Loch schräg oder zu tief geraten kann.

Schlangen- oder Lewisbohrer

Diese Bohrer sind für tiefe Bohrungen in Balken und im konstruktiven Holzbau ausgelegt. Die Gewindespitze zieht den Bohrer in das Material, während die groß ausgeführten Spiralnuten die anfallenden Späne aus tiefen Bohrungen fördern. Der selbstständige Einzug erfordert eine sicher geführte Maschine.

Lochsägen für Holz

Lochsägen eignen sich für Kabel- und Rohrdurchführungen sowie größere Installationsöffnungen. Sie trennen nur den Rand des Ausschnitts, sodass ein runder Materialkern stehen bleibt. Die maximal mögliche Schnitttiefe wird durch die Bauhöhe des Sägekranzes begrenzt.

Moser-Tipp:

Sichern Sie bei Durchgangsbohrungen die Rückseite des Werkstücks mit einem Restholz. Dadurch werden die Holzfasern beim Austritt des Bohrers abgestützt und Ausrisse reduziert. Arbeiten Sie außerdem mit einem scharfen Bohrer und vermeiden Sie übermäßigen Vorschub.

Einen Überblick über verfügbare Werkzeuggruppen finden Sie unter Bohrer für Holz ansehen


Welcher Bohrer eignet sich für Metall?

Beim Metallbohren tragen die Schneiden den Werkstoff spanend ab. Die Spiralnuten führen die entstehenden Späne aus dem Bohrloch. Der Begriff Spiralbohrer beschreibt somit die typische gewendelte Form, die sowohl Führung als auch Spantransport unterstützt.

HSS-Spiralbohrer

HSS steht für Hochleistungsschnellstahl. Diese Spiralbohrer werden häufig für normalen Stahl, Eisen, verschiedene Buntmetalle und allgemeine Werkstattarbeiten eingesetzt. Ob eine konkrete Ausführung passt, hängt dennoch von Werkstoff, Härte, Durchmesser und Bearbeitungsbedingungen ab.

HSSE- und HSSE-Co-Spiralbohrer

HSSE- beziehungsweise kobaltlegierte HSSE-Co-Bohrer besitzen eine höhere Warmhärte und sind grundsätzlich für zähere Werkstoffe und höhere thermische Belastungen geeignet. Sie werden daher häufig bei Edelstahl und im professionellen Dauereinsatz verwendet. Nicht jede kobaltlegierte Ausführung eignet sich jedoch automatisch für jedes Metall oder jede Maschine.

Stahl ist ein klassischer Einsatzbereich für HSS-Spiralbohrer. Edelstahl ist zäher und kann bei falscher Bearbeitung stark erwärmen und verfestigen. Aluminium und andere weichere Metalle bilden teilweise lange Späne und können die Spiralnuten zusetzen. Konkrete Drehzahlen, Schnittgeschwindigkeiten und Kühlschmierstoffe werden künftig ausführlicher behandelt.

Stufenbohrer

Ein Stufenbohrer besitzt mehrere definierte Durchmesser auf einem Werkzeug. Er eignet sich besonders für dünne Bleche, Kabeldurchführungen und Arbeiten im Schaltschrankbau. Je nach Bauform kann die nächste Stufe zugleich zum leichten Entgraten der Bohrung verwendet werden.

Praxisbeispiel:

In die dünne Stahlwand eines Schaltschranks soll eine Öffnung für eine Kabelverschraubung eingebracht werden. Ein Stufenbohrer ermöglicht mehrere abgestufte Durchmesser und erzeugt in dünnem Material meist eine rundere Öffnung als ein sehr großer Spiralbohrer. Das Werkstück muss sicher fixiert werden. Zu hoher Druck kann das Blech verformen oder dazu führen, dass versehentlich bis zur nächsten Durchmesserstufe gebohrt wird.

Aufbohrer und Schälbohrer

Aufbohrer und Schälbohrer dienen vor allem dazu, vorhandene Löcher zu vergrößern oder Anpassungsarbeiten in dünneren Werkstoffen durchzuführen. Die Begriffe Stufenbohrer, Aufbohrer und Schälbohrer werden im Handel teilweise uneinheitlich verwendet. Entscheidend sind daher die konkrete Werkzeugform und der vom Hersteller angegebene Einsatzbereich.

Zentrierbohrer

Zentrierbohrer sind kurz und stabil. Sie erleichtern das exakte Ansetzen und bereiten eine nachfolgende Bohrung vor. Auf ebenen oder runden Metalloberflächen kann dadurch das Verlaufen des längeren Spiralbohrers reduziert werden.

Moser-Tipp:

Markieren und körnen Sie Metallbohrungen vor oder verwenden Sie einen geeigneten Zentrierbohrer. Die kleine Vertiefung gibt der Bohrerspitze Führung. Besonders auf glatten Flächen und runden Rohren verringert dies das Risiko, dass der Bohrer seitlich verläuft.

Kernbohrer für Metall

Ein Metall-Kernbohrer schneidet das Material ringförmig aus. In der Mitte bleibt ein Bohrkern stehen, wodurch weniger Material abgetragen wird als beim Vollbohren mit einem großen Spiralbohrer. Kernbohrer eignen sich für größere Durchmesser und werden mit passenden Kern- oder Magnetbohrmaschinen eingesetzt. Aufnahme, Schnitttiefe und Auswerferstift müssen zur Anwendung passen. Metall-Kernbohrer dürfen nicht mit Beton-Kernbohrkronen verwechselt werden.

Praxisbeispiel:

In einem massiven Stahlträger wird eine größere, präzise Durchgangsbohrung benötigt. Ein Kernbohrer trägt nur den ringförmigen Schnittbereich ab und ist daher bei geeigneter Maschine wirtschaftlicher als ein groß dimensionierter Vollbohrer. Vor Arbeitsbeginn müssen Aufnahme, Schnitttiefe und Auswerferstift geprüft werden. Ein häufiger Fehler ist der Einsatz in einer Maschine, die nicht für Kernbohrer und die auftretenden Kräfte ausgelegt ist.

Moser-Tipp:

Mit steigendem Bohrdurchmesser muss in der Regel die Drehzahl reduziert werden. Achten Sie zusätzlich auf die erforderliche Kühlung oder Schmierung und spannen Sie das Werkstück sicher ein. Pauschale Drehzahlwerte sind ohne genaue Kenntnis von Material, Werkzeug und Durchmesser nicht sinnvoll.

Passende Werkzeuggruppen finden Sie unter Bohrer für Metall ansehen sowie Kernbohrer für Metall ansehen.


RUKO als Sortimentsschwerpunkt

Einen Schwerpunkt des Metallbohrer-Sortiments von Franz Moser bilden Werkzeuge von RUKO. Dazu zählen unter anderem Spiralbohrer, Stufenbohrer, Kernbohrer und Gewindewerkzeuge. Welche Ausführung geeignet ist, hängt jedoch immer vom Material, dem gewünschten Durchmesser, der Maschinenaufnahme und der Einsatzhäufigkeit ab. Bei ausgewählten RUKO-Bohrern soll die FLOWSTEP-Geometrie laut Hersteller das Zentrieren und Anbohren erleichtern.


Welcher Bohrer eignet sich für Beton, Stein und Mauerwerk?

Mineralische Baustoffe werden anders bearbeitet als Holz oder Metall. Hammerbohrer arbeiten nicht ausschließlich schneidend. Durch die Schlagbewegung wird der Werkstoff zusätzlich zerkleinert und das Bohrmehl über die Nuten abgeführt.

Steinbohrer und Hammerbohrer

Stein- und Hammerbohrer werden abhängig von ihrer Ausführung für Mauerwerk, Ziegel, Beton und bestimmte Natursteine verwendet. Nicht jeder mineralische Baustoff verträgt dieselbe Schlagwirkung. Empfindliche keramische Werkstoffe und Lochziegel müssen besonders materialschonend bearbeitet werden.

SDS-plus

SDS-plus-Hammerbohrer ansehen ist die passende Kategorie für typische Dübellöcher, Montagearbeiten und Installationsbohrungen mit leichten bis mittleren Bohrhämmern. Das System wird meist für kleinere bis mittlere Durchmesser verwendet.

SDS-max

SDS-max-Hammerbohrer ansehen ist für größere Bohrdurchmesser, schwere Bohrhämmer und hohe Schlagenergien vorgesehen. Das System wird auch bei schweren Bohr- und Meißelarbeiten eingesetzt. SDS-plus und SDS-max sind unterschiedliche Aufnahmen und nicht miteinander austauschbar.

Lochziegel als Sonderfall

Bei Lochziegeln sollte in der Regel ohne Schlagfunktion gebohrt werden. Die Schlagbewegung kann die dünnen Stege im Inneren beschädigen und dadurch die spätere Tragfähigkeit der Befestigung reduzieren. Weitere Hinweise bietet der Beitrag Schrauben und Dübel richtig auswählen.

Praxisbeispiel:

Für eine Befestigung in einer Lochziegelwand wird zunächst ein passend dimensioniertes Bohrloch benötigt. Statt mit voller Schlagleistung zu arbeiten, wird der Ziegel in der Regel drehend und ohne Schlag gebohrt. Dadurch bleiben die inneren Stege möglichst intakt. Der passende Dübel richtet sich anschließend nach Untergrund und Belastung. Ein typischer Fehler ist, Lochziegel wie massiven Beton zu behandeln und dadurch den Bohrkanal unnötig auszubrechen.

Moser-Tipp:

Prüfen Sie vor dem Bohren, ob Vollziegel, Lochziegel oder Beton vorliegt. Schalten Sie bei Lochziegeln die Schlagfunktion in der Regel aus und arbeiten Sie ohne übermäßigen Druck. So vermeiden Sie unnötige Ausbrüche im Inneren des Steins.


Große Löcher bohren: Stufenbohrer, Kernbohrer oder Lochsäge?

Werkzeug Geeignete Materialien Typische Anwendung Voraussetzung oder Einschränkung
Stufenbohrer Dünne Bleche, Kunststoffe Mehrere definierte Durchmesser Vor allem für dünnere Werkstoffe
Aufbohrer oder Schälbohrer Dünnes Metall, Kunststoff Bestehende Bohrung erweitern Werkzeugform genau prüfen
Kernbohrer für Metall Stahl und geeignete Metalle Große präzise Bohrungen Geeignete Kernbohrmaschine erforderlich
Lochsäge Holz, Metall, Kunststoff Installations- und Rohröffnungen Begrenzte Schnitttiefe

Für dünnes Blech und mehrere Lochdurchmesser ist ein Stufenbohrer oft zweckmäßig. Ein vorhandenes Loch wird mit einem geeigneten Aufbohrer oder Schälbohrer erweitert. Große präzise Bohrungen in Stahl werden mit einem Metall-Kernbohrer hergestellt, während Lochsägen typische Installationsöffnungen in Holz, Kunststoff oder geeignetem Metall schneiden.

Praxisbeispiel:

Ein Loch mit 40 Millimetern Durchmesser kann je nach Material ein völlig anderes Werkzeug erfordern. In einer Holzplatte eignet sich eine passende Lochsäge. In dünnem Blech kann ein Stufenbohrer infrage kommen, sofern dessen Durchmesserbereich und die Materialstärke passen. In einem massiven Stahlträger wird dagegen ein geeigneter Kernbohrer verwendet. Alle drei Werkzeuge erzeugen dieselbe Lochgröße, arbeiten aber nach unterschiedlichen Prinzipien.


Lochsägen

Eine Lochsäge besteht typischerweise aus Aufnahme, Zentrierbohrer und Sägekranz. Der Zentrierbohrer führt das Werkzeug, während der gezahnte oder beschichtete Sägekranz nur den Rand des Ausschnitts trennt. In der Mitte bleibt ein Materialstück stehen.

Je nach Ausführung werden Lochsägen für Holz, Metall oder Kunststoff verwendet. Typische Anwendungen sind Kabeldurchführungen, Rohröffnungen und Ausschnitte für Installationen. Durchmesser, Verzahnung, Aufnahme und maximale Schnitttiefe müssen zur Aufgabe passen. Eine Übersicht bietet die Kategorie Lochsägen ansehen.

Moser-Tipp:

Nehmen Sie die Lochsäge bei tieferen Schnitten regelmäßig aus dem Material und entfernen Sie die Späne. Arbeiten Sie ohne übermäßigen Druck und beachten Sie die maximale Schnitttiefe. Ein zugesetzter Sägekranz entwickelt mehr Wärme und schneidet deutlich schlechter.


Gewindebohrer und Schneideisen

Nach dem Bohren kann ein Gewinde hergestellt werden. Gewindebohrer erzeugen Innengewinde, Schneideisen Außengewinde. Gewindeschneidsätze kombinieren je nach Ausführung mehrere Werkzeuge für verschiedene Gewindegrößen und Arbeitsschritte.

Vor einem Innengewinde muss ein passendes Kernloch gebohrt werden. Für ein M8-Innengewinde wird nicht mit einem 8-mm-Bohrer vorgebohrt. Es wird zunächst ein kleineres Kernloch hergestellt. Auch in diesem Bereich gehören Werkzeuge von RUKO zum verfügbaren Sortiment.

Moser-Tipp:

Kontrollieren Sie den Kernlochdurchmesser vor dem Gewindeschneiden. Setzen Sie den Gewindebohrer gerade an, verwenden Sie einen geeigneten Kühlschmierstoff und brechen Sie den Span regelmäßig. Das Werkstück muss sicher eingespannt sein.


Sonderbohrer kurz erwähnt

Schalungsbohrer

Schalungsbohrer sind besonders lange Spezialbohrer für Durchgangsbohrungen in Schalungen, Balken und mehrschichtigen Holzkonstruktionen. Aufgrund ihrer Länge müssen sie sorgfältig geführt werden. Einen Überblick bietet die Kategorie Schalungsbohrer ansehen.

Zylindrische Hammerbohrer

Zylindrische Hammerbohrer werden in einem klassischen Bohrfutter aufgenommen. Für regelmäßige Betonarbeiten sind SDS-Systeme häufig zweckmäßiger, weil sie für die Schlagübertragung im Bohrhammer konstruiert sind.


Welche Maschine passt zum Bohrer?

Maschine Typische Anwendung
Akkubohrschrauber Mobile Bohrungen in Holz, Metall und Kunststoff
Klassische Bohrmaschine Drehende Bohrarbeiten mit Rundschaftbohrern
Schlagbohrmaschine Leichtere Arbeiten in Mauerwerk
Bohrhammer Beton und harte mineralische Baustoffe
Ständerbohrmaschine Geführte, präzise Werkstattbohrungen
Magnetkernbohrmaschine Große Bohrungen in Stahl mit Kernbohrern

Mehr zur grundlegenden Maschinenwahl erfahren Sie im Beitrag Die gängigsten Bohrmaschinen-Typen im Vergleich.


Häufige Fehler bei der Bohrerauswahl

Viele Probleme entstehen bereits vor dem ersten Bohrvorgang. Werden Werkstoff, Maschine und Bohrer nicht gemeinsam betrachtet, sinken Bohrqualität und Standzeit.

  • Nur nach dem gewünschten Durchmesser auswählen
  • Den falschen Bohrer für den Werkstoff verwenden
  • Mit Schlagfunktion in jeden Ziegel bohren
  • Edelstahl mit zu hoher Drehzahl bearbeiten
  • Lochsäge und Metall-Kernbohrer verwechseln
  • SDS-plus und SDS-max verwechseln
  • Stumpfe oder beschädigte Bohrer weiterverwenden
  • Bohrer und Maschine nicht aufeinander abstimmen
  • Das Werkstück nicht sicher einspannen
  • Werkzeugaufnahme und Schaft nicht prüfen

Moser-Tipp:

Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn Schneiden, Schaft und Aufnahme des Bohrers. Ein stumpfes oder beschädigtes Werkzeug benötigt mehr Vorschubkraft, entwickelt zusätzliche Wärme und kann unsaubere Bohrungen verursachen. Tragen Sie außerdem die zur Anwendung passende persönliche Schutzausrüstung.


Häufig gestellte Fragen - FAQ

Welcher Bohrer eignet sich für Metall?

Für normalen Stahl und allgemeine Werkstattarbeiten werden häufig HSS-Spiralbohrer verwendet. Die konkrete Ausführung muss zum Metall und zur Anwendung passen.

Welcher Bohrer eignet sich für Edelstahl?

Für Edelstahl kommen häufig HSSE- oder HSSE-Co-Spiralbohrer infrage. Wichtig sind eine geeignete Bearbeitung, kontrollierte Wärmeentwicklung und die passende Werkzeuggeometrie.

Welcher Bohrer eignet sich für Holz?

Holzspiralbohrer eignen sich für viele Standardbohrungen. Forstnerbohrer sind für saubere Sacklöcher geeignet, Lewisbohrer für tiefe Bohrungen in Balken.

Welcher Bohrer eignet sich für Beton?

Für Beton werden geeignete Hammerbohrer verwendet, meist mit SDS-plus- oder SDS-max-Aufnahme und einem passenden Bohrhammer.

Wann verwendet man einen Stufenbohrer?

Stufenbohrer werden vor allem für dünne Bleche und Kunststoffe eingesetzt, wenn mehrere definierte Lochdurchmesser mit einem Werkzeug hergestellt werden sollen.

Was ist der Unterschied zwischen Lochsäge und Kernbohrer?

Beide schneiden ringförmig. Lochsägen werden je nach Ausführung für Holz, Kunststoff oder Metall genutzt. Metall-Kernbohrer sind für präzise größere Bohrungen mit geeigneten Kernbohrmaschinen ausgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen SDS-plus und SDS-max?

Es handelt sich um unterschiedliche Aufnahmesysteme. SDS-plus wird meist für kleinere bis mittlere Bohrungen verwendet, SDS-max für schwerere Arbeiten und größere Durchmesser.

Welchen Bohrer benötigt man für ein Gewinde?

Für ein Innengewinde wird zunächst ein Kernloch gebohrt und danach ein Gewindebohrer verwendet. Ein Außengewinde wird mit einem Schneideisen hergestellt.

Wann sollte man vorbohren?

Vorbohren ist sinnvoll, wenn große Durchmesser schrittweise hergestellt, Schraubverbindungen vorbereitet oder präzise Metallbohrungen angesetzt werden sollen.

Kann ein Universalbohrer mehrere Materialien bearbeiten?

Ein Universalbohrer kann für verschiedene Werkstoffe geeignet sein. Bei anspruchsvollen oder häufigen Arbeiten liefert ein auf das Material abgestimmter Spezialbohrer jedoch meist bessere Ergebnisse.


Fazit

Der passende Bohrer richtet sich nicht allein nach dem Lochdurchmesser. Entscheidend sind Material, Bohrtiefe, Maschine, Werkzeugaufnahme und Einsatzhäufigkeit. Für Standardbohrungen reichen häufig Spiralbohrer. Große Ausschnitte, tiefe Bohrungen, mineralische Baustoffe oder Gewinde erfordern dagegen speziell abgestimmte Werkzeuge.

Im Franz-Moser-Onlineshop finden Sie Bohrer und Zubehör für Holz, Metall, Beton und weitere Werkstoffe. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Sortiment von RUKO mit Spiralbohrern, Stufenbohrern, Kernbohrern und Gewindewerkzeugen.



Quellen und weiterführende Informationen

Für die konkrete Anwendung sind zusätzlich die Angaben des jeweiligen Werkzeug- und Maschinenherstellers sowie die Eigenschaften des zu bearbeitenden Werkstoffs zu beachten.

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