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Technische Gase: Arten, Anwendungen und Versorgung im Überblick

Technische Gase begegnen uns in vielen Produktionsprozessen, ohne dass man sie auf den ersten Blick wahrnimmt. Sie schützen Schweißnähte vor unerwünschten Reaktionen mit der Umgebungsluft, unterstützen Schneidprozesse, schaffen kontrollierte Atmosphären, kühlen Lebensmittel oder dienen als exakt definierte Referenz für Mess- und Analysegeräte. Für Metallbauer, Schweißbetriebe, Werkstätten, Produktionsunternehmen und Industriebetriebe gehören Industriegase daher häufig zur alltäglichen Betriebsmittelversorgung.

Dabei ist „technisches Gas“ kein einzelnes Produkt. Je nach Prozess werden unterschiedliche Gasarten, Gasgemische, Reinheiten und Mengen benötigt. Ebenso wichtig ist die Frage, wie das Gas bereitgestellt wird: Während für manche Anwendungen eine einzelne Gasflasche zweckmäßig ist, können bei einem höheren oder regelmäßigeren Verbrauch Flaschenbündel oder stationäre Versorgungssysteme sinnvoller sein.

Franz Moser ist seit mehr als 30 Jahren im Bereich technische Gase tätig und arbeitet dabei mit der Westfalen Austria GmbH zusammen. Unser Sortiment reicht von klassischen Industriegasen wie Argon, Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff über Schweiß-, Schneid- und Lasergase bis zu Sonder- und Lebensmittelgasen. Für die Versorgung stehen unter anderem Stahlflaschen, Bündel und Tankversorgungslösungen zur Verfügung.

Kurz erklärt: Was sind technische Gase?

Was sind technische Gase?
Gase und Gasgemische, die gezielt für technische, industrielle, handwerkliche, analytische oder lebensmitteltechnische Prozesse eingesetzt werden.

Wo werden sie eingesetzt?
Zum Beispiel beim Schweißen und Schneiden, beim Inertisieren, in der Lebensmittelproduktion, in Labor und Analyse sowie in zahlreichen Produktionsprozessen.

Welche Gasarten gibt es typischerweise?
Unter anderem Argon, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff sowie Schutzgasgemische, Lebensmittelgase, Sonder-, Prüf- und Kalibriergase.

Wie werden sie geliefert?
Je nach Gas, Anwendung und Bedarf beispielsweise in einzelnen Gasflaschen, als Flaschenbündel oder über größere beziehungsweise stationäre Versorgungsanlagen.

Wo bekomme ich technische Gase bei Franz Moser?
Wir sind Ihr direkter Ansprechpartner für die Bedarfsklärung und Gasversorgung in Zusammenarbeit mit Westfalen Austria. Details zu Produkt, Gebinde, Abholung oder Belieferung werden abhängig vom konkreten Bedarf abgestimmt.



Was versteht man unter technischen Gasen?

Als technische Gase beziehungsweise Industriegase werden Gase bezeichnet, die aufgrund ihrer physikalischen oder chemischen Eigenschaften gezielt in technischen Prozessen eingesetzt werden. Dazu gehören einzelne Reingase ebenso wie definierte Gasgemische.

Typische Beispiele sind Argon, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoff. Daneben gibt es zahlreiche speziell zusammengestellte Gasgemische für bestimmte Anwendungen – beispielsweise Schutzgase für Schweißverfahren oder Prüf- und Kalibriergase mit genau definierter Zusammensetzung.

Entscheidend ist dabei der Zusammenhang zwischen Anwendung, benötigter Gaseigenschaft und Gasqualität. Ein Betrieb benötigt also nicht einfach „Stickstoff“ oder „Argon“, sondern ein Gas in einer für seinen Prozess geeigneten Reinheit, Lieferform und Menge.

Westfalen weist ein Portfolio von rund 300 Gasen und standardisierten Gasgemischen aus und bietet je nach Produkt unterschiedliche Reinheiten sowie gasförmig verdichtete und tiefkalt verflüssigte Lieferformen. Hinzu kommen kundenspezifische Spezialgasgemische. Welche dieser Varianten für einen konkreten Prozess benötigt wird, sollte immer anhand der jeweiligen technischen Anforderungen geklärt werden.


Warum werden technische Gase überhaupt benötigt?

Gase übernehmen in Gewerbe und Industrie sehr unterschiedliche Aufgaben. Oft werden sie eingesetzt, weil sie eine Prozessumgebung herstellen, die mit normaler Umgebungsluft nicht erreichbar wäre.

Schutzatmosphären erzeugen

Beim Schweißen kann ein Schutzgas die Schweißzone gegenüber der umgebenden Atmosphäre abschirmen. Auch bei der Verarbeitung oder Verpackung empfindlicher Produkte kann eine gezielt zusammengesetzte Atmosphäre erforderlich sein.

Inertisieren

Unter Inertisieren versteht man das Verdrängen beziehungsweise Reduzieren einer reaktionsfähigen Atmosphäre durch ein geeignetes, reaktionsträges Gas. Stickstoff oder Argon können dafür je nach Prozess eingesetzt werden. Welche Variante technisch geeignet ist, hängt von der konkreten Anlage und dem jeweiligen Verfahren ab.

Verbrennung und thermische Prozesse unterstützen

Sauerstoff ist selbst nicht brennbar, unterstützt Verbrennung jedoch stark. Diese Eigenschaft wird unter anderem bei bestimmten thermischen Schneidprozessen genutzt. Gerade wegen dieser oxidierenden Wirkung müssen sauerstoffführende Systeme fachgerecht ausgeführt und betrieben werden.

Kühlen und Frosten

Tiefkalt verflüssigte Gase können in geeigneten Anlagen zum Kühlen oder Frosten eingesetzt werden. Westfalen nennt beispielsweise Kohlendioxid und Stickstoff für Anwendungen in der Lebensmittelproduktion.

Prüfen, Messen und Kalibrieren

Für Messgeräte, Sensoren und Analyseverfahren werden Gasgemische benötigt, deren Zusammensetzung exakt definiert ist. Prüf- und Kalibriergase ermöglichen es, Messsysteme mit bekannten Konzentrationen zu beaufschlagen und deren Funktion beziehungsweise Messgenauigkeit zu überprüfen.

Praxisbeispiel:

Ein Metallbaubetrieb benötigt Gas für das Schutzgasschweißen. Entscheidend ist nicht nur die Bezeichnung „Schutzgas“: Werkstoff, Schweißverfahren und Prozessanforderungen bestimmen, welche Gasart beziehungsweise welches Gasgemisch sinnvoll ist. Erst danach stellt sich die Frage, ob eine einzelne Gasflasche, mehrere Flaschen oder eine größere Versorgungsform zweckmäßig sind.


Technische Gase im Sortiment: die wichtigsten Gruppen

Wir führen ein breites Gasportfolio in unserem Sortiment. Dazu zählen: Argon, Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff sowie Schweiß-, Schneid-, Laser-, Sonder- und Lebensmittelgase. Über den Versorgungspartner Westfalen stehen darüber hinaus umfangreiche Gas- und Gasgemischlösungen für Industrie, Gewerbe, Lebensmittel sowie Labor- und Analyseanwendungen zur Verfügung.

Die folgende Übersicht zeigt typische Zusammenhänge. Sie ersetzt keine anwendungsbezogene Auswahl, denn nicht jedes Gas eignet sich automatisch für jeden Prozess.

Gas / Gasgruppe Typische Eigenschaft Typische Anwendungen
Argon Edelgas, weitgehend reaktionsträge Schutzgas bei ausgewählten Schweißverfahren, Bestandteil von Gasgemischen, Inertisieren und weitere industrielle Prozesse
Sauerstoff Oxidierend, unterstützt Verbrennung Thermische Prozesse, Brennschneiden und weitere industrielle Anwendungen
Stickstoff Unter vielen Prozessbedingungen reaktionsträge, verdrängt andere Atmosphären Inertisieren, Lebensmittelverarbeitung, Kühlen, Schutzatmosphären und weitere Produktionsprozesse
Kohlendioxid / CO₂ Je nach Anwendung Prozess-, Schutz-, Kühl- oder Lebensmittelgas Schweißgasgemische, Lebensmittelverpackung, Getränke, Kühlen beziehungsweise Frosten und weitere Verfahren
Wasserstoff Sehr leichtes, brennbares Gas mit speziellen technischen Eigenschaften Spezielle Industrie-, Prozess- und Energieanwendungen sowie als Bestandteil ausgewählter Gasgemische
Schutz- und Schweißgasgemische Zusammensetzung auf Schweißprozess und Werkstoff abgestimmt MIG-, MAG-, WIG- und weitere Schweißanwendungen abhängig von Verfahren und Werkstoff
Lebensmittelgase Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt entsprechend spezifiziert Verpacken unter Schutzatmosphäre, Getränke, Kühlen, Frosten, Prozessführung
Sonder-, Prüf- und Kalibriergase Definierte Zusammensetzungen und je nach Anwendung hohe Anforderungen an Reinheit und Genauigkeit Gaswarngeräte, Sensoren, Analytik, Emissionsmessung, Labor und Qualitätssicherung

Moser-Tipp:

Geben Sie bei einer Anfrage nicht nur den Gasnamen an. Informationen zu Verfahren, Werkstoff, gewünschter Reinheit, aktuellem Gebinde und ungefährer Verbrauchssituation erleichtern die Bedarfsklärung erheblich.


Technische Gase beim Schweißen und Schneiden

Für viele Kunden von Franz Moser aus Metallbau, Schlosserei, Maschinenbau, Werkstatt und Produktion sind Schweißgase ein besonders wichtiger Bereich. Beim Schutzgasschweißen beeinflusst das Gas die Atmosphäre unmittelbar an der Schweißstelle und kann damit wesentlichen Einfluss auf Prozessstabilität und Schweißergebnis haben.

Warum wird beim Schweißen ein Schutzgas verwendet?

Beim Schmelzschweißen befindet sich Metall lokal in einem hoch erhitzten beziehungsweise geschmolzenen Zustand. Ein geeignetes Schutzgas schirmt diesen Bereich gegenüber der Umgebungsluft ab. Abhängig vom Verfahren kann ein reines Gas oder ein definiertes Gasgemisch verwendet werden.

Argon spielt dabei eine bedeutende Rolle. Es kann als Schutzgas beziehungsweise als Ausgangskomponente verschiedener Schweißgaslösungen eingesetzt werden. Gasgemische werden verwendet, wenn bestimmte Prozesseigenschaften gezielt eingestellt werden sollen.

Welche Zusammensetzung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Schweißverfahren, Werkstoff, Werkstoffstärke, Oberfläche und Prozessanforderungen ab. Westfalen weist ausdrücklich darauf hin, dass die Auswahl von Schweiß-, Schneid- und Lasergasen eine Reihe solcher Faktoren berücksichtigen muss.

Sauerstoff beim Schneiden

Beim Brennschneiden wird Sauerstoff genutzt, um den Schneidprozess zu ermöglichen beziehungsweise zu unterstützen. Das Verfahren ist jedoch werkstoff- und prozessabhängig. Sauerstoff sollte daher nicht pauschal als „Schneidgas für alle Metalle“ verstanden werden.

Auch Laserprozesse benötigen passende Gase

Je nach Laseranlage und Bearbeitungsverfahren können Prozess-, Schneid- oder Lasergase unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Welche Gasqualität und Versorgung erforderlich ist, ergibt sich aus der Anlage, dem Werkstoff und dem jeweiligen Bearbeitungsprozess. Franz Moser führt Lasergase ausdrücklich als Teil seines technischen Gasangebots.


Gase für Lebensmittel und weitere Spezialanwendungen

Lebensmittelgase

Lebensmittelgase kommen unter anderem beim Verpacken, Kühlen, Frosten, bei Getränken oder zum Erzeugen geeigneter Schutzatmosphären zum Einsatz. Westfalen führt diese Gase unter der Produktlinie Protadur® und nennt beispielsweise Kohlendioxid und Stickstoff sowie daraus gebildete Gasgemische für Anwendungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Beim sogenannten MAP-Verfahren – Modified Atmosphere Packaging, also Verpacken unter modifizierter beziehungsweise Schutzatmosphäre – kann die Atmosphäre in der Verpackung gezielt angepasst werden. Stickstoff, Kohlendioxid oder definierte Gemische können dabei abhängig vom Lebensmittel unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu normalen technischen Gasqualitäten: Werden Gase bei der Herstellung oder Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt, müssen für diesen Zweck geeignete und entsprechend spezifizierte Lebensmittelgase verwendet werden. Die europäische Lebensmittelgesetzgebung führt unter anderem Kohlendioxid als E 290 und Stickstoff als E 941 als zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe.

Prüf- und Kalibriergase

In Labor, Analyse, Abgasmessung und Qualitätssicherung steht weniger die Menge als vielmehr die definierte Zusammensetzung im Vordergrund. Prüf- und Kalibriergase enthalten bekannte Konzentrationen bestimmter Komponenten und werden beispielsweise für Gaswarngeräte, Gassensoren und Analysengeräte eingesetzt.

Westfalen bietet sowohl standardisierte als auch individuell hergestellte Prüf- und Kalibriergasgemische an. Je nach Anforderung können Analysenzertifikate oder weiterführende Kalibrierdokumentationen eine Rolle spielen.

Sondergase und Edelgase

Sondergase decken Anwendungen ab, bei denen Standard-Industriegase nicht ausreichen. Das können besondere Reinheiten, exakt definierte Mischungen oder spezielle Prozesse in Forschung, Labor und Industrie sein. Auch Edelgase bilden eine eigene Produktgruppe. Welche Spezifikation erforderlich ist, sollte immer aus dem konkreten Prozess abgeleitet werden.

Praxisbeispiel:

Ein Produktionsbetrieb benötigt Stickstoff zum Inertisieren eines Behälters. Entscheidend ist zunächst, welche Atmosphäre im Prozess erreicht werden soll. Anschließend werden Reinheit, erforderliche Entnahmemenge, Betriebsweise und Versorgungsform betrachtet. Bei einem wiederkehrenden höheren Bedarf kann dadurch eine andere Versorgung sinnvoll werden als bei einem seltenen Einzelvorgang.


Von der einzelnen Gasflasche bis zur Tankversorgung

Die Gasart allein entscheidet noch nicht über eine funktionierende Versorgung. Ebenso wichtig ist die Frage, in welcher Form das Gas zum Verbraucher gelangt. Westfalen nennt als Auswahlkriterien unter anderem Gaseigenschaften, Anwendung, zu erwartende Verbrauchsmengen und die Rahmenbedingungen am Standort.

Grundsätzlich gilt: Je höher und regelmäßiger der Gasverbrauch ist, desto wichtiger wird die passende Versorgungsstruktur. Eine allgemeingültige Verbrauchsgrenze gibt es dabei nicht. Wirtschaftlichkeit und technische Eignung müssen für den jeweiligen Betrieb betrachtet werden.

Versorgungsform Typische Situation Wesentlicher Vorteil
Einzelne Gasflasche Punktueller oder überschaubarer Bedarf, einzelne Arbeitsplätze Flexibel und vergleichsweise einfach in bestehende Arbeitsabläufe integrierbar
Mehrere Flaschen / Flaschenbatterie Mehrere Verbraucher oder längere Gasentnahme Versorgung kann an größeren oder kontinuierlicheren Bedarf angepasst werden
Flaschenbündel Einzelflaschen würden häufig gewechselt oder reichen für die benötigte Entnahme nicht sinnvoll aus Größere zusammenhängende Gasmenge und weniger einzelne Flaschenwechsel
Mobile Versorgungssysteme Befristeter Bedarf, Revision, Spitzen- oder Zwischenversorgung Flexible Bereitstellung größerer Mengen für zeitlich begrenzte Einsätze
Stationäre Versorgung / Tankanlage Regelmäßiger beziehungsweise größerer Gasbedarf in Produktionsprozessen Zentrale und auf den Betrieb abgestimmte Versorgung

Gasflaschen in unterschiedlichen Größen

Gase werden je nach Produkt in unterschiedlichen Flaschen- beziehungsweise Gebindegrößen angeboten. Welche Größen konkret verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Gas und der Lieferform ab. Deshalb ist es sinnvoll, die passende Gebindegröße nicht pauschal festzulegen, sondern anhand des Verbrauchs und des Produkts zu prüfen.

Flaschenbündel

Bei einem Flaschenbündel werden mehrere Druckgasflaschen über eine gemeinsame Hochdruckverrohrung verbunden. Damit lässt sich eine größere Gasmenge bereitstellen, ohne laufend einzelne Flaschen wechseln zu müssen. Bündel können deshalb eine Zwischenstufe zwischen Einzelflaschenversorgung und einer stationären Großversorgung darstellen.

Stationäre Tankversorgung

Für größere und kontinuierliche Bedarfe kommen stationäre Anlagen infrage. Westfalen bietet stationäre Tank- und Gasmischanlagen sowie weitere Versorgungssysteme an. Welche technische Ausführung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Gas, Verbrauch, Entnahmemenge, Produktionsprozess und Standortbedingungen ab.

Mobile Systeme

Nicht jeder größere Bedarf ist dauerhaft. Westfalen führt deshalb auch mobile Systeme für technische Gase an. Als typische Einsatzgebiete werden beispielsweise Inertisierungsarbeiten, Revisionen, Zwischenversorgung sowie Spitzen- und Ad-hoc-Bedarfe genannt.


Wie läuft die Gasversorgung bei Franz Moser ab?

Wir sind für Kunden der direkte Ansprechpartner rund um technische Gase und arbeiten bei Sortiment, Gas-Know-how und Versorgung mit Westfalen Austria zusammen. Dadurch können unterschiedliche Anforderungen von der klassischen Flaschengasversorgung bis zu größeren Versorgungskonzepten betrachtet werden.

  1. Bedarf oder Anwendung klären: Sie nennen entweder das benötigte Gas oder beschreiben den Prozess, für den eine Gasversorgung erforderlich ist.
  2. Gasqualität bestimmen: Je nach Anwendung werden Gasart, Gasgemisch, Reinheit und gegebenenfalls weitere Spezifikationen geklärt.
  3. Menge und Verbrauch einschätzen: Relevant ist nicht nur der aktuelle Bedarf, sondern auch, wie regelmäßig und mit welcher Entnahmesituation das Gas eingesetzt wird.
  4. Versorgungsform auswählen: Je nach Situation kommen Gasflaschen, mehrere Flaschen, Bündel oder eine größere Versorgungslösung infrage.
  5. Bereitstellung abstimmen: Das Gas wird über uns beziehungsweise gemeinsam mit Westfalen bereitgestellt. Abholung, Flaschentausch, Belieferung oder eine größere Versorgungslösung werden abhängig von Produkt und Vereinbarung geklärt.

Konkrete Lieferbedingungen, verfügbare Gebinde, Vertragsmodelle und sonstige Konditionen können je nach Gas, Gebinde und Kundenvereinbarung unterschiedlich sein. Diese Details sollten daher direkt mit unseren Gas-Experten abgestimmt werden.

Gerade für Unternehmen, die nach technischen Gasen in Kärnten oder nach einem Ansprechpartner für Industriegase in Österreich suchen, bietet Franz Moser damit einen direkten Zugang zu Beratung und Versorgung. Auch bei Anfragen aus anderen Regionen – beispielsweise für eine Gasversorgung von Gewerbe- oder Industriebetrieben im Raum Wien – kann geklärt werden, welche Versorgung über das gemeinsame Vertriebs- und Versorgungsnetz sinnvoll umsetzbar ist.


Welche Infrastruktur benötige ich?

Mit der Gasflasche allein ist es je nach Anwendung nicht getan. Das Gas muss kontrolliert, sicher und in den benötigten Betriebsparametern von seinem Behälter bis zum Verbraucher gelangen. Welche Komponenten erforderlich sind, hängt von Gasart, Anwendung, Druck, Verbrauch, Anlage und den geltenden Sicherheitsvorgaben ab.

Je nach Anwendung können unter anderem folgende Komponenten erforderlich beziehungsweise sinnvoll sein:

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Atmosphäre in geschlossenen Bereichen. Inerte Gase können bei einer Freisetzung den Sauerstoffgehalt der Luft reduzieren. Sauerstoff wiederum ist nicht brennbar, kann Brände aber erheblich fördern. Deshalb müssen Gasart, mögliche Freisetzung, Raumverhältnisse, Lüftung und technische Schutzmaßnahmen gemeinsam betrachtet werden.

Auch Druckgasflaschen müssen gegen unbeabsichtigtes Umfallen beziehungsweise Herabfallen geschützt werden. Für Lagerung, Handhabung und Transport sind immer die für den konkreten Stoff und Einsatzfall maßgeblichen Herstellerinformationen, Sicherheitsdatenblätter und geltenden Vorschriften zu berücksichtigen.

Moser-Tipp aus der Praxis:

Planen Sie nicht nur die Gasflasche, sondern den gesamten Weg bis zur Verbrauchsstelle. Wenn beispielsweise mehrere Schweißplätze regelmäßig aus einzelnen Flaschen versorgt werden, lohnt es sich, auch die Entnahmetechnik und eine mögliche zentrale Versorgung zu betrachten. Das kann Arbeitsabläufe vereinfachen und hilft, die Versorgung auf den tatsächlichen Betriebsbedarf abzustimmen.

Kennzeichnung: Nicht nur auf die Flaschenfarbe verlassen

Die Kennzeichnung einer Gasflasche sollte eindeutig geprüft werden. Die in Europa verwendete Farbkennzeichnung nach EN 1089-3 dient insbesondere als Hinweis auf Eigenschaften beziehungsweise Gefahren. Sie sollte jedoch nicht als alleinige Identifikation des Flascheninhalts verwendet werden. Maßgeblich sind die eindeutige Produktkennzeichnung und die zugehörigen Angaben am Behälter.


Häufige Fehler bei Auswahl, Lagerung und Versorgung technischer Gase

1. Nur nach dem Gasnamen auswählen

„Argon“ oder „Stickstoff“ allein beschreibt noch nicht alle Anforderungen. Reinheit, Gemisch, Verfahren und Versorgungsform können entscheidend sein.

2. Die benötigte Reinheit nicht berücksichtigen

Für einen allgemeinen Industrieprozess können andere Anforderungen gelten als für Labor, Analytik oder sensible Produktionsprozesse. Eine unnötig hohe Spezifikation ist ebenso wenig sinnvoll wie eine Gasqualität, die den Prozessanforderungen nicht genügt.

3. Ungeeignete Armaturen oder Druckminderer verwenden

Anschlüsse und Entnahmetechnik müssen für das jeweilige Gas, den Druck und den Einsatz vorgesehen sein. Bauteile sollten daher nicht allein danach ausgewählt werden, ob sie mechanisch „irgendwie passen“.

4. Den Gasverbrauch unterschätzen

Wer häufig Flaschen wechseln muss oder regelmäßig Engpässe erlebt, sollte prüfen, ob die bisherige Versorgung noch zur tatsächlichen Nutzung passt.

5. Bei steigendem Bedarf dauerhaft an Einzelflaschen festhalten

Eine Flaschenversorgung kann sehr flexibel sein. Bei höherem oder regelmäßigem Bedarf können jedoch Bündel, Flaschenbatterien oder stationäre Lösungen organisatorisch und technisch besser zum Prozess passen.

6. Gasflaschen nicht ausreichend sichern

Druckgasflaschen dürfen nicht unkontrolliert umfallen oder beim Transport verrutschen. Geeignete Sicherung und ein auf die jeweilige Situation abgestimmter Lager- beziehungsweise Transportplatz gehören deshalb zur Planung.

7. Sicherheitsdatenblätter und Produktkennzeichnung nicht beachten

Die Eigenschaften technischer Gase unterscheiden sich erheblich. Oxidierende, brennbare, inerte oder andere Gase erfordern jeweils eine geeignete Betrachtung. Produktkennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt und Herstellerinformationen sind zentrale Informationsquellen.

8. Flaschenfarbe oder Anschluss mit der Gasidentität gleichsetzen

Eine Farbkennzeichnung kann bei der Orientierung helfen, ersetzt aber nicht die eindeutige Produktidentifikation. Vor Anschluss und Verwendung muss geprüft werden, welches Gas tatsächlich vorliegt.

9. Große Mengen „auf Vorrat“ bestellen, ohne Lagerung mitzudenken

Mehr Flaschen bedeuten auch mehr Anforderungen an Lagerplatz, innerbetriebliche Handhabung und Bestandsmanagement. Versorgung und Lagerung sollten deshalb gemeinsam geplant werden.

Moser-Tipp:

Wenn sich Produktion, Anzahl der Arbeitsplätze oder Gasverbrauch deutlich verändern, sollte auch das Versorgungskonzept neu bewertet werden. Eine Lösung, die bei geringem Bedarf gut funktioniert hat, muss bei größerer Auslastung nicht automatisch die zweckmäßigste bleiben.


Checkliste vor dem Bestellen technischer Gase

Je genauer die Ausgangssituation bekannt ist, desto zielgerichteter lässt sich eine Anfrage bearbeiten. Folgende Punkte helfen bei der Vorbereitung:

  • Welches Verfahren beziehungsweise welche Anwendung soll mit Gas versorgt werden?
  • Welches Gas oder Gasgemisch ist derzeit vorgesehen?
  • Welche Reinheit beziehungsweise Spezifikation verlangt der Prozess?
  • Welcher ungefähre Gasverbrauch ist zu erwarten?
  • Wird das Gas gelegentlich, regelmäßig oder kontinuierlich benötigt?
  • Welche Flaschen- oder Versorgungsform wird derzeit verwendet?
  • Wie viele Arbeitsplätze oder Maschinen werden versorgt?
  • Sind geeignete Druckminderer, Armaturen und Entnahmeeinrichtungen vorhanden?
  • Gibt es einen für die Gasart und betriebliche Situation geeigneten Lager- beziehungsweise Aufstellbereich?
  • Ist eine regelmäßige Nachversorgung erforderlich?
  • Wäre aufgrund des Bedarfs eine Bündel-, zentrale oder stationäre Versorgung zu prüfen?
  • Gibt es besondere Anforderungen für Lebensmittel, Labor, Analyse oder andere sensible Prozesse?
  • Sind Herstellerinformationen und Sicherheitsdatenblätter für die geplante Anwendung berücksichtigt?

Häufige Fragen zu technischen Gasen

Was sind technische Gase?

Technische Gase sind Gase oder Gasgemische, die gezielt in industriellen, handwerklichen, analytischen oder lebensmitteltechnischen Prozessen eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise Argon, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und zahlreiche Gasgemische.

Welche technischen Gase bietet Franz Moser an?

Wir führen unter anderem Argon, Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff sowie Schweiß-, Schneid-, Laser-, Sonder- und Lebensmittelgase. Das Angebot erfolgt in Zusammenarbeit mit Westfalen Austria.

Wo kann ich technische Gase in Österreich beziehen?

Franz Moser ist DER Ansprechpartner für Gewerbe- und Industriekunden und arbeitet für die Gasversorgung mit Westfalen Austria zusammen. Welche Abhol- oder Belieferungsmöglichkeit für Ihren Standort besteht, wird abhängig von Produkt und Vereinbarung geklärt.

Welche Gase werden zum Schweißen verwendet?

Je nach Schweißverfahren und Werkstoff werden unterschiedliche Schutzgase oder Gasgemische eingesetzt. Argon spielt dabei eine wichtige Rolle, kann aber nicht pauschal für jede Schweißaufgabe als richtige Lösung angesehen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Argon, Sauerstoff und Stickstoff?

Argon ist ein Edelgas und weitgehend reaktionsträge. Stickstoff wird ebenfalls häufig zum Erzeugen reaktionsträger Atmosphären eingesetzt. Sauerstoff wirkt dagegen oxidierend und unterstützt Verbrennung. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Anwendungen und Sicherheitsanforderungen.

Welche Flaschengrößen gibt es?

Technische Gase sind je nach Produkt in verschiedenen Gebinde- und Flaschengrößen erhältlich. Welche Größe konkret angeboten wird, hängt vom Gas und der Lieferform ab und sollte im Zuge der Bestellung geklärt werden.

Wann ist ein Flaschenbündel sinnvoll?

Ein Flaschenbündel kann infrage kommen, wenn die Versorgung über einzelne Flaschen aufgrund von Entnahmemenge oder häufigen Flaschenwechseln nicht mehr zweckmäßig ist. Die Entscheidung sollte anhand des tatsächlichen Verbrauchs und Prozesses getroffen werden.

Wann benötigt ein Betrieb eine Tankversorgung?

Tank- beziehungsweise stationäre Versorgungssysteme kommen vor allem bei größeren und regelmäßigeren Bedarfen infrage. Eine pauschale Verbrauchsgrenze ist nicht sinnvoll, da Gasart, Entnahmeprofil, Standort und Prozess berücksichtigt werden müssen.

Kann ich Gasflaschen bei Franz Moser abholen?

Je nach Gas, Gebinde, Verfügbarkeit und Kundenvereinbarung können Abholung, Flaschentausch oder Belieferung Teil der Versorgung sein. Die konkrete Abwicklung sollte direkt mit unseren Mitarbeitern abgestimmt werden.

Welche Ausrüstung benötige ich für eine Gasflasche?

Je nach Anwendung können beispielsweise ein geeigneter Druckminderer, Armaturen, Schläuche, Halterungen oder weitere Sicherheitseinrichtungen erforderlich sein. Welche Komponenten benötigt werden, hängt von Gas, Druck, Prozess und Anlage ab.

Wie müssen Gasflaschen gelagert werden?

Die konkrete Lagerung hängt unter anderem von Gasart, Menge und Standort ab. Druckgasflaschen müssen gegen unbeabsichtigtes Umfallen beziehungsweise Herabfallen geschützt werden. Zusätzlich sind geeignete Lüftung, Kennzeichnung, Schutz vor unzulässigen Einwirkungen sowie die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter, Herstellerangaben und geltenden Vorschriften zu berücksichtigen.

Gibt es bei Franz Moser auch Lebensmittelgase?

Ja. Unser Sortiment umfasst auch Lebensmittelgase. Westfalen bietet dafür spezielle Gase und Gasgemische für Anwendungen in Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Für Lebensmittelanwendungen müssen entsprechend geeignete und spezifizierte Gasqualitäten verwendet werden.


Fazit: Gasart und Versorgung müssen zum Prozess passen

Technische Gase sind ein wesentlicher Bestandteil zahlreicher Prozesse in Handwerk, Gewerbe und Industrie. Ob Schweißen, Schneiden, Inertisieren, Lebensmittelproduktion, Labor oder Analyse: Die Aufgabe des Gases bestimmt, welche Eigenschaften benötigt werden.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die eigentliche Gasart. Ebenso relevant sind Reinheit, Gasgemisch, benötigte Menge, Gebinde, Entnahmetechnik und Versorgungskonzept. Auch Lagerung, sichere Handhabung und die technische Infrastruktur vom Gasbehälter bis zum Verbraucher müssen in die Betrachtung einbezogen werden.

Franz Moser bietet gemeinsam mit Westfalen Zugang zu einem breiten Sortiment an technischen Gasen und unterschiedlichen Versorgungslösungen – von Stahlflaschen und Flaschenbündeln bis zur Tankversorgung. Wir bleiben dabei Ihr direkter Ansprechpartner für die Klärung des Bedarfs und die Abstimmung einer geeigneten Versorgung.

Wenn Sie technische Gase für Ihren Betrieb benötigen oder eine bestehende Gasversorgung überprüfen möchten, können Sie Franz Moser mit den wichtigsten Angaben zu Anwendung, Gasart und Verbrauch kontaktieren. Die konkrete Lösung wird anschließend passend zu Produkt, Einsatz und betrieblichen Rahmenbedingungen abgestimmt.


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